3 kreative Methoden, die noch effektiver sind als klassisches Brainstorming

Brainstorming hat einen schlechten Ruf bekommen, da es oft nicht effizient gelebt wird, ohne Vorbereitung, Ziel oder Briefing. Das Ergebnis: Mau – die erwartete Innovation bleibt aus.
 
Kreative Methoden Brainstorming
(c) unsplash

Folgende Brainstorming Probleme gilt es zu erkennen und zu vermeiden:

  • Die menschliche Tendenz, die ersten oder offensichtlichsten Ideen zu unterstützen 
(„Natürlich macht diese Idee Sinn – warum sollte ich noch mehr Ideen entwickeln?“)
  • Angst, Ideen vorzuschlagen, die möglicherweise nicht allgemein akzeptiert werden 
(“Was ist, wenn jeder denkt, ich bin ein Idiot, weil ich eine so seltsame Idee vorschlage?”)
  • Allgemeine Zustimmung zur dominantesten Persönlichkeit im Raum 
(“Wenn Peter sagt, dass es wahr ist, ist es wahrscheinlich wahr – und selbst wenn es nicht wahr ist, tut jeder immer das, was Peter sagt.”)
  • Schwierigkeiten beim kreativen Denken im Moment (“Ich kann mir nicht schnell genug etwas einfallen lassen, also werde ich es gar nicht erst versuchen.”)
  • Schwarzsehen statt Chancendenken („Diese Idee ist interessant, aber sie wird niemals abheben – unser Buchhaltungssystem wird diese Komplexität nicht bewältigen.“)

Wir haben 3 Methoden für mehr Kreativität und Output getestet:

1. Creative Sessions in offener Runde

Bei Creative Sessions werden zuerst eine oder mehrere Ausgangsfragen aufgrund des Briefings formuliert. Wir machen das nach dieser “Formel”: Wie kann man in einer Kampagne / in einem Werbemittel /… /… 
darstellen, dass … / Brand / = … / USP / besonderes Merkmal … ist?

Zum Beispiel
Wie kann man in Social Media Postings kommunizieren, dass e-dialog DIE datengetriebene Agentur ist?
Wie kann man in einer digitalen Kampagne kommunizieren, dass e-dialog jetzt einen weiteren Standort in der Schweiz hat?

Den Fragen vorab viel Aufmerksamkeit zu schenken, ist wichtig. Denn je genauer man sich durch das Briefing und die USPs arbeitet, desto genauere und überraschendere Formulierungen lassen sich finden. Danach bearbeiten wir die Fragen in einer offenen Runde am Whiteboard oder Jamboard. Wichtig: Spaß haben und durchaus auch Blödsinn reden. Chancendenken und Möglichkeiten finden, die Ideen anderer weiterentwickeln. An dieser Stelle KEINE Ideen killen. Dafür ist am Ende, wenn sie auf die Machbarkeit überprüft werden, noch genug Zeit 😉


2. Creative Session mit Brainwriting

Die Teilnehmer notieren beim Brainwriting ihre Gedanken und Vorschläge zunächst nur auf ihrem persönlichen Papier oder in einem Online Tool. Jeder Teilnehmer kann so ohne Beeinflussung durch andere Teilnehmer über das Thema nachdenken. Die Anonymität hilft Remote, wenn Teams sich noch nicht so gut kennen, sowie wenn unerfahrene oder introvertierte Persönlichkeiten im Team sind.

Grundsätzlich schreibt jede Person im Team eine oder mehrere Ideen auf ein Blatt Papier und gibt sie dann an eine andere Person weiter. Die andere Person liest die Ideen still und schreibt dann ihre eigenen Ideen dazu. Der Austausch steht also auch hier im Fokus und die Ideen der Teams werden weiterentwickelt. Der Prozess wird fortgesetzt, bis alle ihre Ideen fertig geschrieben haben. Danach werden sie vorgestellt.

Auch eine tolle Variation des Brainwriting ist die Kreativitäts-Technik Collective Notebook: Die Idee des Collective-Notebook-Brainwritings besteht darin, dass die Teilnehmer über einen bestimmten Zeitraum von einigen Tagen oder Wochen ein Notizbuch bei sich tragen und ihre Ideen und Gedanken zur Ausgangsfrage darin notieren. An einem vereinbarten Termin werden die Ideen und Gedanken schließlich ausgetauscht und diskutiert. Hierfür kann beispielsweise auch ein öffentliches Notizbuch oder ein Online Tool verwendet werden.

3. Ideen bewerten und verfeinern mit der Walt Disney Methode

Bei der Disney-Strategie versetzten sich die Teilnehmer wie in einem Rollenspiel nacheinander in drei Charaktere:

1. Der Träumer: Er kann wild herumspinnen und neue, verrückte Ideen entwickeln.
2. Der Realist: Er macht sich Gedanken über die konkrete Umsetzung der Ideen.
3. Der Kritiker: Er prüft die Idee auf Herz und Nieren und weist auf eventuelle Risiken hin.

Man kann sich dabei vorstellen, auf verschiedenen Stühlen oder auch in anderen Jobs zu sitzen. Wie denkt und fühlt die jeweilige Person? Wie bewertet jede Sichtweise die Idee?

Diese Methode hilft bei der Evaluierung und Verfeinerung der Top-Ideen die bei anderen Brainstorming Sessions hervorgegangen sind. Vor Präsentationen, Pitches und der Aufbereitung der Ideen hilft sie sehr, alle Eventualitäten und Einwände zu berücksichtigen.

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