Was ändert sich mit dem Ende der Cookie-Ära und welche Maßnahmen sollte ich jetzt ergreifen?

Alle Infos für Advertiser und Marketer

Derzeit findet man sehr viele Whitepaper, Studien und sonstige Dokumente zum Thema Post-Cookie-Ära im Netz. In diesem FAQ finden Sie alle Fragen und Infos zum bevorstehenden Ende der 3rd-Party Cookies kompakt von unseren ExpertInnen aufbereitet.  Zusätzlich finden Sie nachstehend konkrete Lösungsvorschläge, wie Sie sich am besten auf das Cookie-lose Zeitalter vorbereiten können.

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Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, werden wir unsere FAQ fortlaufend aktualisieren – sowohl auf dieser Seite, als auch im Download-PDF.

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Management Summary

Das Zeitalter des Digital Marketings steht mit neuen Regularien wie der DSGVO und der kommenden e-Privacy Richtlinie sowie dem sukzessiven Aussterben von Third-Party Cookies am Scheideweg. Diese Veränderungen betreffen die gesamte digitale Wertschöpfungskette, vom Publisher bis hin zum Werbetreibenden. Die genauen Auswirkungen und damit verbundene Lösungen ändern sich aktuell laufend.

Es gibt aber bereits jetzt Möglichkeiten, sich für die beginnende Post-Cookie Ära zu wappnen! Wichtig ist, dass frühzeitig reagiert wird, Data-Ownership sichergestellt und in saubere Consent Management Lösungen investiert wird. Auch der Aufbau einer Customer Data Platform und der Umstieg auf Server-Side Tracking spielen eine bedeutende Rolle.

The Cookies are crumbling!

Aufgrund von geänderten Kundenpräferenzen, weitgehender Browser-Einschränkungen, Gesetzen und jüngsten Gerichtsurteilen verändert sich die Art und Weise, wie wir mit Cookies arbeiten. 

Bislang haben von den gängigen Browsern bereits Firefox und Safari Ihre Cookie-Einstellungen adaptiert (beide haben einen Marktanteil von rund 17 % weltweit), doch seit der Ankündigung von Google Anfang des Jahres, wissen wir, dass auch in Google Chrome, mit einem Ende des 3rd-Party Cookies zu rechnen ist. Jedenfalls innerhalb der nächsten 2 Jahre. 

Die drei oben genannten Browser, haben zusammen einen Marktanteil von knapp 90 %, somit kann es augenscheinlicher gar nicht sein, dass es auch im Bereich Digital Marketing Änderungen bedarf. Denn ohne 3rd-Party Cookies ist Online Marketing wie wir es jetzt kennen, schlichtweg nicht mehr möglich. 

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Beispiel wie Cookies / Pixel jetzt unterstützen © e-dialog, nach Vorbild von Tealium
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Ohne Cookies würde Lisas Journey so aussehen © e-dialog, nach Vorbild von Tealium
Dieses Beispiel zeigt, dass wir ohne Cookies nicht in der Lage sind, zu retargeten, zu personalisieren und Touchpoints zu attribuieren. Zeitgleich verlieren wir auch die Option, Look-Alike Modelle oder sinnvolles Frequency Capping anzuwenden. 

Diese düstere Aussicht zeigt eines sehr schnell auf: Ohne angemessene Cookie-Alternativen verliert das Onlinemarketing seine Superpower – denn gezieltes Targeting ist nicht mehr möglich. 

Folgend finden Sie Alternativen zum 3rd-Party Cookie und  Antworten auf Fragen, die derzeit in Verbindung mit der Post-Cookie-Ära aufkommen. Wir zeigen praktische Vorschläge auf, wie Sie in Zukunft lückenlos Onlinemarketing betreiben können und wie Sie sich dadurch einen Vorteil gegenüber Ihrer Konkurrenz  verschaffen.

Diese Informationen werden fortlaufend aktualisiert. Wenn Sie das Dokument downloaden möchten und Ihre E-Mail-Adresse angeben, informieren wir Sie gerne über Updates. 

Was sind Cookies und wie werden sie genutzt? 

Cookies sind eine der Kerntechnologien des Internets in seiner derzeitigen Form. Die kleinen Textdateien erlauben Webseiten die Speicherung von Informationen im Browser der UserInnens. Sie waren lange Zeit unbeachtet oder unter dem vagen Verdacht, persönliche Daten preiszugeben. Bei richtigem Einsatz ist dem aber nicht so. Allerdings können darin UserInnen-IDs und personenbezogene Attribute gespeichert und genutzt werden.

Wir unterscheiden 1st-Party Cookies, welche direkt von der besuchten Seite gesetzt werden, und 3rd-Party Cookies, also Cookies, welche durch Integration von Webseiten Dritter in die besuchte Seite gesetzt werden.

Manche  dieser 3rd-Party Cookies werden zu Tracking- und Marketing-Zwecken verwendet, um etwa eine Profilbildung oder Erfolgsmessung zu ermöglichen. Obwohl viele dieser Zwecke nicht nur legitim sind, sondern ggf. sogar mit aktiver Einwilligung des Nutzers stattfinden, empfinden einige Nutzer die Anzahl, den Zweck, und die Nutzung dieser 3rd-Party Cookies als intransparent und potentiell negativ.

Warum endet die Cookie-Ära?

Die zuvor genannten Bedenken werden von Datenschützern und Technologieanbietern teilweise geteilt und aufgegriffen. Mit GDPR/DSGVO (EU), CCAP (Kalifornien) und ePrivacy sind die legalen Rahmenbedingungen geändert worden (siehe dazu auch Planet49), und im Zuge der Safe Harbor/Privacy Shield-Entscheidungen des EUGH sind weitere Hürden entstanden. Lesen Sie mehr dazu in unserem Blogartikel: Schrems III bis CIV

Ziel ist und war es hier auch klar, die sogenannten ‘Datenkraken’, also die großen amerikanischen und asiatischen Anbieter, einzuschränken. Parallel haben Technologieanbieter begonnen, den Datenschutzbedenken der UserInnen Beachtung zu schenken, und Restriktionen in einem Wettrennen um die sichersten Plattformen (vor allem Browser) einzuführen. Während die juristischen Herausforderungen oft nur regionale Einschränkungen bedeuten, wirken sich die technologischen Anpassungen global aus. Paradoxerweise ‘schützen’ Browser Daten derzeit gelegentlich besser, als vom UserInnen durch seine Einwilligung (Consent) gewollt oder erwartet und über das gesetzlich erforderliche Maß hinaus.

Dies führt dazu, dass ein Ende der Nutzbarkeit von 3rd-Party Cookies in allen gängigen Browsern absehbar ist, wobei unter den Massenprodukten mit Safari (Apple, iOS & MacOS) und Firefox zwei Schwergewichte bereits weitreichende Maßnahmen ergriffen haben, um Tracking zu verhindern bzw. zu erschweren. Auch für Chrome ist zum Jahr 2022 das Aus für 3rd-Party Cookies beschlossen. Spätestens dann wird ein Wechsel auf Alternativen unumgänglich sein. 

Betroffen sind aber nicht nur die 3rd-Party Cookies, sondern auch die 1st-Party Cookies: jene Informationen, die Ihre Webseite im Browser eines Users oder einer Userin speichert. Dies hat vielfältige Auswirkungen auf Dienste und Möglichkeiten, auch und vor allem bei Geschäftsmodellen, die auf die Erkennung von Nutzern angewiesen sind (z.B. Publisher).

Gibt es jemanden, der vom Wegfall der 3rd-Party Cookies profitiert? 

Von den aktuellen Maßnahmen profitieren vor allem die großen Walled Gardens, da es ihnen durch die Notwendigkeit des Logins ermöglicht wurde, einen großen Pool an UserInnendaten zu generieren.  Dabei handelt es sich vor allem um Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFA), sowie die zweite Riege amerikanischer Webunternehmen wie Microsoft, Twitter, Netflix & Co. Die asiatischen Konkurrenten, obwohl sie ebenfalls große Nutzerzahlen haben, muss man aus europäischer Sicht ausklammern. Diese sind zumeist nicht oder nur in abgespeckter Version in Europa verfügbar (WeChat (Tencent), Alibaba, Yandex, Baidu, Weibo). Man kann aus derzeitiger Sicht nicht davon ausgehen, dass dort zeitnah ein ähnliches Maß an Datenschutz umgesetzt wird. Vor allem für die großen, neueren Anbieter gilt auch, dass diese vor allem App-getrieben aktiv sind, was andere, aber ähnliche Technologien zu Trackingzwecken einsetzen.

Den oft kostenlosen und beliebten Diensten von Google, Amazon, Facebook & Co stehen wenige relevante Player in Europa gegenüber und so wird durch die Zustimmung zu deren Nutzungsbedingungen oft auch die Zustimmung zu Tracking und Datennutzung gegeben. Für die Nutzung vieler Services ist ein Login erforderlich, mit dem Nutzungsdaten über große Zeiträume oder verschiedene Geräte hin zusammengeführt werden können.

Da diese Anbieter innerhalb ihrer Systeme meistens kein fremdes Tracking erlauben, sprechen wir auch von Walled Gardens, deren Position (Datenverfügbarkeit, Insights, adressierbare Nutzer) durch die Maßnahmen (Browser, Legal) eher gestärkt wurde. Diese Anbieter erhalten aufgrund ihrer attraktiven Dienste eine hohe Zahl an Nutzerdaten, die durch die grundlegenden Nutzungsbedingungen auch verwendbar sind.

Wer ist durch diese Änderung betroffen?

Ohne funktionierende Alternative zur 3rd-Party Cookie-Technologie drohen dem gesamten Onlinemarketing-Bereich hohe Einbußen. Zudem würden werbefinanzierte Geschäftsmodelle im Internet nicht mehr funktionieren und Unternehmen, die sich rein auf 3rd-Party Cookie-Lösungen spezialisiert haben, hätten durch den Wegfall keine Daseinsberechtigung mehr.  

Laut einer Studie von Digiday wird die negative Auswirkung auf den Umsatz aufgrund einer Beeinträchtigung der Datenqualität durch behördliche Anordnungen und Browseränderungen bei rund 15 % liegen.

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Auswirkungen auf den Umsatz – behördliche Änderungen und Browseränderungen © e-dialog, nach Vorbild von Tealium
Durch diese Grafik wird schnell klar, dass sich Marketer für die Zukunft wappnen müssen. Im Rahmen dieses FAQs fokussieren wir uns auf werbetreibende Unternehmen oder Organisationen. Diese werden durch die Änderung fundamental getroffen – dazu gehören Publisher, generell E-commerce Unternehmen, aber auch Agenturen. Wie sich die anstehenden Änderungen auf die einzelnen Marketingmaßnahmen der Branchenvertreter auswirken, wird im Folgenden erklärt. 

Welche Marketingmaßnahmen sind von dem Wegfall von 3rd-Party Cookies betroffen?

3rd-Party Cookies werden im Bereich des Onlinemarketings klassisch für verschiedene Targeting-Möglichkeiten genutzt, wie etwa dem Behavioural Targeting und Retargeting, mit dem Ziel, UserInnen entlang ihrer jeweiligen Customer Journey gezielt anzusprechen. 

Targeting via 3rd-Party Daten

Diese zielgruppengerechte Kommunikation stellt zudem einen wesentlichen Bestandteil des programmatischen Advertisings dar. Mittels personalisierter Werbebotschaften steigt die Relevanz und damit die Conversion Rate – und nicht zuletzt auch die Kundenbindung. 3rd-Party Cookies werden zudem auch zur Lookalike-Bildung genutzt, mit dem Ziel, jene UserInnen zu erreichen, die ein ähnliches Surfverhalten aufweisen, wie etwa die hochwertigen Bestandskunden. 

Retargeting

Auch das klassische Retargeting basiert auf der Technologie der 3rd-Party Cookies und wird mit ihrem Wegfall auf die bewährte Art und Weise nicht mehr möglich sein.  Es wird aufgrund dessen weniger Potenzial an verfügbaren Audiences geben, wodurch sich geringere Reichweiten ergeben. Neben steigender Streuverluste, sinkt die Effizienz der Kampagnen. Die Folge: rückläufige Programmatic Advertising Spendings. 

Personalisierung in Werbemitteln

Im Bereich der Personalisierung wird es vor allem eine Herausforderung bei Werbemitteln geben. Jedoch wird Individualisierung – und damit keine 1:1 Personalisierung sondern das Ansprechen eines kleinen Segments gleicher oder ähnlicher UserInnen – weiterhin möglich sein und muss noch stärker als heutzutage genutzt werden.

Onsite Personalisierung

Onsite Personalisierung, das heißt die Anpassung der Inhalte auf der eigenen Website für die UserInnen, wird möglich bleiben und auch einen Aufschwung erleben. Dazu ist ein Einverständnis der UserInnen notwendig – Stichwort Consent Management.

Anhand der hier dargestellten Änderungen bei den diversen Maßnahmen im Onlinemarketing wird gut ersichtlich, welchen hohen Stellenwert 3rd-Party Cookies haben. Über Jahre hinweg konnte das Verhalten von InternetnutzerInnen dank 3rd-Party Cookies seitenübergreifend erfasst und analysiert werden. Damit entwickelte sich die Cookie-Technologie im digitalen Business zu einem Standpfeil der nun unter neuen Bedingungen und Anforderungen zu schwanken beginnt. Es gibt jedoch Lösungsansätze die man bereits implementieren kann, um zukunftssicher Onlinemarketing weiter zu betreiben. Im Folgenden wird vorab erklärt, wieso es überhaupt zu diesen Änderungen kommt. 

Welchen Einfluss hat die DSGVO?

Die Welt des digitalen Business steht im Wandel – dabei verläuft der Prozess zwar schleichend, dennoch verringert sich die Anzahl an verfügbaren sowie verwertbaren Cookies zunehmend. Doch wie kam es zu dieser Entwicklung und welche Hintergründe bewegen eine komplette Branche nun zum Nachdenken? 

Der Hauptgrund, warum 3rd-Party Cookies in Zukunft blockiert werden sollen, ist der Datenschutz von InternetnutzerInnen. Angestoßen von der DSGVO, und dem damit einhergehenden Beben im Bereich des Datenschutzes, erhöhten sich die Anforderungen aufgrund von EU-Reglementierungen zunehmend. 

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Sobald personenbezogene Daten von einem Webseitenbetreiber erhoben werden, bedarf es seit der DSGVO einer gültigen Einwilligung, sowie Dokumentation dieser. Dabei muss die Einwilligung jederzeit durch die UserInnen widerrufbar sein und vor allem freiwillig gegeben werden. 

Bereits im Oktober 2019 ging aus einem Urteil des EUGH hervor, dass Consent-Abfragen, bei denen die Zustimmung bereits vorausgewählt ist, unzulässig sind. Damit müssen NutzerInnen immer aktiv und freiwillig zustimmen, bevor Daten für Marketing-, Analyse- und Tracking-Zwecke erhoben und verwendet werden. Dazu zählen auch jegliche neue Tracking-Methoden, auf die im weiteren noch genauer eingegangen wird (Fingerprints, E-Tags oder zum Beispiel auch die Google ID). Diese sind dem Urteil nach ohne Zustimmung rechtswidrig. Ausgenommen sind 1st-Party Cookies, die für die diversen Funktionen notwendig sind – wie etwa Warenkorb-Cookies. 

Auch die bevorstehende e-Privacy Verordnung der EU wird noch viel Dynamik in diese Themen bringen. Diese Verordnung konkretisiert unter anderem den Umgang mit Cookies sowie mit den Techniken des digitalen Bereiches und wird weitere Einschränkungen sowie Maßnahmen mit sich bringen. Wichtig ist, festzuhalten, dass Unternehmen, die sich bereits jetzt mit der Thematik auseinandersetzen und die Datenerfassung bereits heute schon DSGVO-konform umsetzen, damit bereits viele Vorbereitungen für ein Erfüllen der kommenden Verordnung getroffen haben. 

Elementar ist dabei die korrekte Einholung der Zustimmung der UserInnen. Fakt ist, dass vielen UserInnen Datenschutz im Internet immer wichtiger wird. Damit verlangen NutzerInnen zunehmend Kontrolle und Transparenz bei ihren Daten und fordern hier eine klare Kommunikationslinie und Transparenz. Neben der rechtlichen Rahmenbedingungen und der damit verbundenen restriktiveren Cookie-Einstellungen bei diversen Browsern ist das ein Trend, der mitunter zu diesen Shifts im Umgang mit 3rd-Party-Cookies führen wird. 

Die digitale Werbeindustrie muss sich damit nicht nur mit alternativen Tracking-Methoden arrangieren, sondern auch vermehrt Augenmerk auf die Bereiche Privacy und Consent Management legen, da sonst nicht nur Verluste des Vertrauens der UserInnen sondern auch rechtliche Folgen drohen. 

Exkurs: TCF – Transparency & Consent Framework

Genau hier setzt das Interactive Advertising Bureau (IAB), eine internationale, nicht-staatliche Organisation,  an und entwickelte in den letzten Jahren ein Transparency & Consent Framework (kurz: TCF). Dieses Framework soll branchenübergreifend als Rahmen für NutzerInnen sowie AnbieterInnen fungieren. Das Ziel ist die rechtskonforme Umsetzung des Online-Marketing, wie wir es derzeit kennen. Das TCF besteht aus zwei Hauptkomponenten: den Policies und einem Tool zur Umsetzung dieser. Alle Akteure und Akteurinnen müssen sich verpflichten, diesen Standards zu folgen und die Toolanbieter (und auch das User-Interface der jeweiligen Consent Management Platform) werden vom IAB zertifiziert. Damit ist bei der weiteren Realisierung von bspw. Programmatic Advertising dieses Framework unbedingt zu bedenken. Wir haben in unserem Blogartikel “TCF 2.0 – Aktueller Stand und Entwicklungen” alle relevanten Infos zum Thema für Sie zusammengetragen.  

Zwar basieren diese Maßnahmen des TCF Frameworks weiterhin auf einer Cookie-Einwilligung und damit weiterhin neben 1st-Party Cookies auch auf 3rd-Party Cookies – dennoch ist dieses Framework vor allem für Publisher ein unumgänglicher Part der korrekten Erfassung von Einwilligungen der UserInnen. 

Welche Einschränkungen sind bei welchen Browsern zu erwarten?

Browser Hersteller implementieren mit ihren Updates stärkere technische Maßnahmen, mit dem Ziel, das Tracking von UserInnen vermehrt einzuschränken. Zum einen geht es dabei in erster Linie um seitenübergreifendes Tracking. Dieses wird vor allem zur  Profilbildung und Steuerung von Online-Werbung  verwendet. Hierfür werden die 3rd-Party Cookies verwendet bzw. inzwischen unterbunden. Zum anderen wird auch die Erfassung von 1st-Party Cookies immer stärker eingeschränkt.  Apple’s Safari Browser nutzt die eigene EDP-intelligent Tracking prevention, aber auch Firefox und Google Chrome implementieren hier immer mehr Maßnahmen. 

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Marktanteile der führenden Browserfamilien an der Internetnutzung weltweit von Januar 2009 bis Mai 2020
Quelle: Statista

Google Chrome 

Google Chrome ist der bei weitem meistgenutzte Web Browser und das über alle Devices hinweg. Wie Chrome und Google diesen Wandel prägen werden und welche Änderungen hierbei geplant sind, wird daher mit hoher Wahrscheinlichkeit den meisten Einfluss auf die komplette digitale Branchenwelt haben. 

Chrome bietet zwar bereits jetzt granulare Privacy-Einstellungen an, so können UserInnen auch selbst Cookies löschen – allerdings sind diese Einstellungen in den Browser Menüs noch recht versteckt zu finden. Am 14. Januar 2020 hat Google Chrome angekündigt, dass sie den Support für 3rd-Party Cookies mit 2022 endgültig einstellen werden. Die Alternative ist Chrome’s Plan, diese mittels der Privacy Sandbox zu ersetzen, eine Initiative, die – so hofft Google – der neue Standard für das Aufsetzen von digitalen Kampagnen in Chrome wird. 

Demnach wird Google Chrome den Schnelleren auf diesem Gebiet – wie etwa Safari und Firefox, die bereits sehr strenge Regelungen im Bereich der 3rd-PartyCookies vorweisen – nachziehen. 

Eine detaillierte Übersicht zu den derzeitigen Browser Restriktionen finden Sie auch in unserem Blog: “ITP – Update für Marketer”

Safari 

Apple hat früh begonnen, sich von der Abhängigkeit der Nutzung von 3rd-Party Cookies zu lösen. Begonnen hat das Ganze mit dem Launch der Intelligent Tracking Prevention (ITP) 1.0. – ein Privacy Feature, das mit Safari 11 im September 2017 auf den Markt kam. Schon bereits vor der Veröffentlichung von ITP hat  Safari Cookies von Drittanbietern standardmäßig automatisch blockiert. Die Art und Weise, wie Safari Cookies von Erst- und Drittanbietern verwaltet, hat für die AdTech-Branche heute einen schwerwiegenden Nachhall. Da das Geschäftsmodell von Apple nicht auf den Revenue von datengetriebener Werbung angewiesen ist, sondern das Kerngeschäft auf dem Verkauf der diversen Devices beruht, fokussiert sich der Gigant auf die strengen Maßnahmen bereits jetzt. 

Firefox

Firefox ist ein Open-Source-Browser, der von der Mozilla Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, erstellt wurde. Der Browser gilt als schnell, privat und wird regelmäßig überprüft. Der Browser bietet BenutzerInnen drei Optionen zur Feinabstimmung des Umgangs mit Cookies: Standard, Strict und Benutzerdefiniert.

Die Standard-Option blockierte ursprünglich nur bekannte Tracker von Drittanbietern im privaten Browsermodus. Ab dem 3. September 2019 gilt die Standardeinstellung sowohl für den privaten als auch für den Standard-Browsermodus. Dies bedeutet, dass der erweiterte Tracking-Schutz von Firefox für alle BenutzerInnen eingesetzt wird und Tracker und Kryptominierer von Drittanbietern blockiert werden (basierend auf der Liste “connect.me”). Mozilla hat diese Einstellung im Juni 2019 für Neuinstallationen des Browsers getestet. Per default ist Standard die gesetze Einstellung und blockiert damit standardmäßig auch Cookies von Drittanbietern – insbesondere Tracker von Drittanbietern und damit Tracker für Werbezwecke. Aus Marketingsicht können Werbetreibende dann keine Cookies mehr verwenden, um vollständigere Benutzerprofile zu erstellen, indem sie Cookies über das Internet löschen und lesen. Zudem gibt es noch folgende weitere Einstellungen:

Die Einstellung “Strict” blockiert beispielsweise Tracker von Drittanbietern, Cryptominers und Fingerprints in allen Fenstern. Mit “Benutzerdefiniert” können BenutzerInnen die Einstellungen selbst treffen, einschließlich des Blockierens von Fingerprinting. Doch auch wenn es diese Einstellungen bereits gibt, werden nicht alle UserInnen diesen Schritt unternehmen und die Einstellungen verändern. 

Internet Explorer 

Der ältere Browser von Microsoft, Internet Explorer, wird heutzutage nicht mehr viel genutzt. Sogar Microsoft selbst fordert die BenutzerInnen auf, die Verwendung einzustellen und zu seinem neueren, schnelleren Browser Edge zu wechseln.

Die Standardeinstellung von Internet Explorer schränkt 1st-Party Cookies nicht ein. Der Browser blockiert diese nur, wenn sie bestimmte Bedingungen nicht erfüllen – z.B. wenn für eine bestimmte Website keine Datenschutzrichtlinie definiert ist (ausgedrückt durch das mittlerweile veraltete P3P-Protokoll).

Hingegen werden einige der Third-Party Cookies mittels der Standardeinstellung blockiert. Dies basiert aufgrund der integrierten Tracking Protection-Funktion, die Tracking Protection-Listen verwendet. Die in dieser Liste enthaltenen Websites dürfen keine Cookies (Tracker) im Browser erscheinen lassen. 

Microsoft Edge 

Microsoft Edge ist das jüngere, schnellere Geschwisterchen des Internet Explorers. Die Version Edge Chromium konzentriert sich stark auf die Verbesserung der Privatsphäre der Benutzer, da sie Funktionen zum Blockieren von Trackern bietet. Edge Chromium, Chrome, Opera und Dutzende anderer Browser basieren auf dem Open-Source-Chromium-Projekt, was erklärt, warum sie sich dermaßen ähneln. 

Microsoft hat in der Vergangenheit eine aktualisierte und neu gestaltete Datenschutz- und Sicherheitsseite in den Edge Chromium-Einstellungen getestet. Dort können UserInnen zwischen drei verschiedenen Datenschutzstufen wählen (ähnlich wie bei Firefox): uneingeschränkt, ausgewogen und streng. 

Edge akzeptiert wie viele andere gängige Browser standardmäßig alle 1st-Party Cookies. Standardmäßig blockiert Edge auch nicht die 3rd-Party Cookies – damit fehlt hier im Gegensatz zum Internet Explorer die Tracking Protection Funktion. Edge sendet zwar “do not track”-Anfragen, wenn Sie dazu aufgefordert werden –  diese werden jedoch im Web nicht immer berücksichtigt. Das bedeutet, dass Websites Ihre Browserinformationen möglicherweise weiterhin zu Nachverfolgungszwecken freigeben. Überraschenderweise gibt es auch im privaten Browsermodus von Edge keinen Tracking-Schutz.

Opera

Opera ist ein Browser, der von der chinesischen Firma Opera AG entwickelt wurde. Dieser verwendet dieselbe Rendering-Engine wie Chrome und Edge-Chromium. Dies lässt die Benutzeroberfläche ein wenig ähnlich erscheinen wie die anderen, aber Opera verfügt über eine Reihe von Funktionen, die sie auf ihre eigene Weise einzigartig machen.

Viele dieser Funktionen, wie VPN und integrierte Cookie-Blockierung, helfen BenutzerInnen dabei, den Browser an ihre spezifischen, anspruchsvolleren Datenschutzanforderungen anzupassen.

Opera akzeptiert wie viele andere Browser standardmäßig alle 1st-Party Cookies. Diese Einstellungen können geändert werden, werden jedoch  nicht empfohlen.

Standardmäßig blockiert Opera keine Third-Party Cookies. Sie können die Blockierung von Cookies jedoch über die erweiterten Einstellungen des Browsers einstellen. Für diejenigen, die sich mit Tracking und Cookies von Drittanbietern beschäftigen, hat Opera ein kostenloses, integriertes VPN eingeführt. 

Fazit

Das Blockieren von 3rd-Party Cookies wird oft im Rahmen des Privacy-Gedankens vermarktet und stärkt damit die sogenannten Walled Gardens – große AdTech Unternehmen, mit starken 1st-Party Daten. 

Erkennbar ist jedenfalls, dass viele der Browser ihre Einstellungen bereits restriktiver gestalten oder aber Einstellungen anbieten, die UserInnen dann selbst frei nutzen und wählen können.  Trotz der steigenden Sensibilisierung der UserInnen und der Entwicklungen hinsichtlich erweiterter Datenschutzeinstellungen bleibt die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis – das sogenannte “Privacy Paradox”. Die Sorge der Mehrheit der NutzerInnen um ihre Daten – und ihr tatsächliches Online-Verhalten. So kann mit heutigem Stand festgehalten werden, dass NutzerInnen die angebotenen Browser-Einstellungen nicht “fine-tunen” um ihre Daten tatsächlich optimal zu schützen. 

Wichtig für alle Werbetreibenden ist und bleibt, dass mit der gültigen Einwilligung und damit der Zustimmung der UserInnen, weiterhin vieles möglich bleibt und dabei die Entscheidung im Umgang mit den Daten der betroffenen respektiert wird. Consent Management wird dabei zu einem elementaren Bestandteil der Customer Journey. 

Welche Alternativen zu den 3rd-Party Cookies sind derzeit am Markt bekannt?

Natürlich gibt es bereits erste Ansätze, womit die heute klarerweise unbefriedigende Situation durch ein gesetzeskonformes Framework abgelöst werden soll. Hier arbeiten Industrie-Gremien wie der IAB – das Interactive Advertising Bureau – manchmal gemeinsam, manchmal parallel mit den großen Technologie-Anbietern und Netzwerken wie Google zusammen.  Auch wenn das alles noch im Frühstadium ist, soll es vor allem für das digital advertising Lösungen geben, die eine personenbezogene Nutzung der Daten ausschließen soll. Gerade jetzt gilt daher mehr denn je: aufrüsten und den Wert und die Qualität der 1st-Party Daten erhöhen. Neben dem Fokus auf die 1st-Party Cookies möchten wir folgende Alternativen hervorheben:

Google Privacy Sandbox

Google arbeitet an der Privacy Sandbox, bei der voraussichtlich mit dem Launch 2022 sowohl Datenschutz als auch auf Zielgruppen genau zugeschnittenes Targeting gewährleistet werden sollen. Über eine API erhalten Unternehmen Zugriff auf anonymisierte UserInnen-Daten. Diese können in Folge zur Erfolgsmessung sowie Attribution etc. verwenden werden. Im Hinblick auf die dominierende Marktstellung von Google hat die Privacy Sandbox durchaus Potenzial, in Zukunft  das Cookie-Tracking abzulösen. 

Wie? Google plant die Privacy Sandbox der Werbe- und der Adtech-Welt in Zukunft offen zur Verfügung zu stellen, damit jedes Unternehmen per API Zugriff hat. Alle anderen 3rd-Party Cookies wären dadurch überflüssig.

Browser Fingerprinting

Eine weitere Alternative zum Cookie-Tracking kann das Browser Fingerprinting sein. Dabei werden Geräte mittels Kombinationen aus Hard- und Software-Merkmalen wiedererkannt. Mittels eines Programms in JavaScript werden diese Merkmale zusammengefasst und im Anschluss zurück an den Browser geschickt. Diese Merkmale bzw. Daten können zum Beispiel die Display-Auflösung sein, das Betriebssystem oder aber auch Schriftartnamen. Da diese Methode ohne Cookies funktioniert und zudem als verlässlich gilt, stellt das Browser Fingerprinting im Hinblick auf die bevorstehenden Cookie-Änderungen eine attraktive Möglichkeit dar, das Tracken der UserInnen weiterhin zu ermöglichen. 

Jedoch wissen die UserInnen in den meisten Fällen nicht, dass ihre Daten auf diese Weise getrackt werden. Weiteres Problem: die 3rd-Party Fingerprintings  übermitteln bei weitem mehr Daten – damit sind sie aus datenschutzrechtlicher Sicht auch gefährlicher.

Login-Allianzen

Eine weitere 3rd-Party Cookie Alternative sind sogenannte Login-Allianzen. Dabei erfolgt der Zugang zu Webseiten über eine von UserInnen veranlasste Wiedererkennung. Im Normalfall bedeutet das eine Registrierung oder aber einen Login auf einer Seite. 

Für diese Methode gibt es zwei Anbieter: Verimi und die European NetID Foundation. Verimi legt den Schwerpunkt klar auf die Überprüfung der Identität der UserInnen und zudem wird viel Wert auf die Consent-Einholung der Datenverarbeitung gelegt. Im Gegenzug dazu ist NetID vor allem für die Werbewirtschaft von großem Interesse. Die Idee von NetID war anfangs, eine Alternative und damit einen Gegenpol zur Datenmacht GAFAs auf dem europäischen Markt zu werden. Aufgrund der bereits oben skizzierten verstärkten Gatekeeper-Funktion der diversen Internet-Browser und der DSGVO, sind Login-Daten jedoch auch eine geeignete Alternative für Cookies. 

Warum? Registrierte UserInnen können selbst entscheiden, ob überhaupt und in welchem Ausmaß ihre Daten für die Werbetreibenden zur Verfügung gestellt werden. Im Gegenzug dazu haben Werbetreibende die Möglichkeit, Daten der Partnerunternehmen für personalisierte Werbung zu nutzen. 

Advertising ID Lösungen

Unter Advertising IDs versteht man benutzerspezifische und rücksetzbare Identifier, die zur Erstellung sowie Wiedererkennung pseudonymisierter Profile genutzt werden. Einige dieser Lösungen sind in etwa Mobile-IDs, Login-, Cookie-, oder Fingerprint-basierte IDs.

Dabei werden jene IDs von dem jeweils genutzten Gerät oder der Betriebsumgebung zur Unterstützung von Advertising-Diensten zugewiesen. Die ID kann dann an Werbetreibende sowie andere Dritte gesendet werden, um die Bewegungen und das Nutzerverhalten von Anwendungen durch den Benutzer zu tracken. 

Dabei stellt diese Technologie eine wichtige Brücke zwischen Buy- und Sell-Side. Es wird in Zukunft entscheidend sein, wie sich hierbei das Zusammenspiel der verschiedenen Systeme auf dem Markt entwickeln wird, denn im Moment werden die bisherigen Lösungen, laut der Studie: “Online-Werbung in der Post-Cookie-Ära” des BVDW, den Bedürfnissen aller Marktteilnehmer noch nicht gerecht. So kam bei der besagten Studie ebenfalls hervor, dass es für jeden vierten Befragten entscheidend ist, dass die IDs sowohl plattform- als auch kanalübergreifend funktionieren. Damit einhergehend sollten Datenpools aufgebrochen werden können, wodurch ein adressierbarer Gesamtmarkt entstehen kann. 

Einige Brancheninitiativen wie etwa das Project Rearc des IAB Tech Lab arbeiten nun an Lösungen, die für das gesamte Ökosystem übergreifend funktionieren sollen. Dabei wichtig ist nicht nur die Beachtung der Consent-Informationen sondern auch ein vernetzter, globaler Ansatz, damit ein neuer Branchenstandard entstehen kann. 

Offen bleibt dabei die Frage, wie diese Lösungen von Seiten der datenschutzrechtlichen Regelungen, aber auch durch die jeweiligen Browser anerkannt werden. Denn, wenn dadurch wieder jeder Nutzer im Hintergrund genau getrackt werden könnte, würde der Markt sich in der bestehenden Situation wiederfinden – die damit einhergehenden Schwierigkeiten blieben unverändert. 

Bitte beachten Sie, dass diese Auflistung sowie die gesamte Seite laufend aktualisiert und ergänzt werden. Um über Updates informiert zu werden, können Sie das Dokument gerne kostenlos downloaden und uns Ihre E-Mail-Adresse mitteilen.

Diese Maßnahmen müssen jetzt geplant werden

Aus heutiger Sicht haben sich vier Säulen für das Onlinemarketing der Zukunft herauskristallisiert: 

  • die Bedeutung von 1st-Party Daten wird um ein Vielfaches zunehmen 
  • Data-Ownership muss sichergestellt werden
  • Systemübergreifendes Consent Management wird Kerndisziplin
  • Cloud-Umgebungen & Machine Learning werden
    • die eigenen 1st-Party Daten hochskalieren
    • zentraler Bestandteil für die Personalisierung und Customer Experience
    • Hebel für Effizienzsteigerung und Kostensenkung durch Automatisierung

Stärkung der Position der 1st-Party Daten

Umstieg auf serverseitiges Tracking

Serverseitiges Tracking ist eine geeignete Lösung, um die Lebensdauer von 1st-Party Cookies zu erhöhen und so manchen Tracking-Blocker zu umgehen.  Dabei ist der serverseitige GTM, der kürzlich von Google released wurde, aber nicht die “one-size fits all Lösung”.  Es gibt viele Möglichkeiten um serverseitig zu Tracken: Neben dem serverseitigen GTM gibt es auch folgende weitere Optionen:

Die Client ID serverseitig als HTTP verwalten 
Diese Variante ist relativ schnell und einfach umgesetzt und umgeht auch die Cookielaufzeiten, jedoch nicht die Trackingblocker. 

Serverseitiges Tracking via AJAX
Hier feuert das Tag Management System keine Requests mehr direkt an Google Analytics sondern an einen Listener auf dem Webserver. Anschließend verschickt der Listener die Requests via Measurement Protocol an Google Analytics. Der Initialaufwand ist hier zwar höher, dafür können aber auch die meisten Tracking-Blocker umgangen werden. 

Des weiteren gibt es auch einige Tools, die zum Zweck des serverseitigen Trackings entwickelt wurden und die auch ein passender Fit für Ihr Unternehmen sein könnten. Welche dieser Optionen für ein Unternehmen die optimale Variante ist, hängt von einigen Rahmenbedingungen ab. Zum Beispiel davon, ob ein CDN (Content Delivery Network) im Einsatz ist, um nur einen Faktor zu nennen. 

CRM Integration mit  Digital Analytics

Durch eine Verknüpfung von CRM-Daten mit dem Webanalyse-Tool, gelingt es, die Customer Journey nahezu lückenlos darzustellen. Das bedeutet, dass man ein vollständigeres Bild über Online-& Offline-Aktivitäten der Nutzer hat. 

Fragestellungen wie zum Beispiel “Welche & wie viele Offline-Leads schließen später online ab?” können damit beantwortet werden. Ebenso ist eine ROAS Analyse über alle Online und Offline Kanäle hinweg möglich.

Grundsätzlich stehen für die CRM Verknüpfung drei Varianten zur Auswahl: 

Integration direkt auf der Website
Die Integration kann möglicherweise über ein vorhandenes Analytics Tracking auf der Website umgesetzt werden. Ist zum Beispiel der Google Analytics Code bereits integriert – nativ oder über das Tag Management System – kann dieser Code erweitert werden und CRM Daten können direkt über das Website-Tracking an Webanalyse-Tools übergeben werden.

Integration über das Measurement Protocol (MP)
Mit dem Measurement Protocol können Daten von jedem Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, an Google Analytics gesendet werden (z.B. von einem Kassensystem oder einem CRM System).

Das Google Analytics Measurement Protocol ermöglicht Entwicklern, HTTP-Requests an die Google Analytics-Server zu senden und damit das Analyse-Tool mit weiteren Daten – abgesehen von den bereits gemessenen Daten auf der Website – anzureichern.

Integration über den Data Import
Mit Hilfe des Google Analytics Datenimports können Textdateien, befüllt mit Kosten, UserInnen Attributen etc., in eine Google Analytics Property hochgeladen werden. Diese Daten werden in der Regel aus dem CRM-System exportiert. Über den Datenimport können somit die hochgeladenen Offline-Daten mit den von Analytics erfassten Daten zusammengeführt werden.

Detaillierte Infos zum Thema CRM Integration mit Google Digital Analytics finden Sie auch in unserem kostenlosen Whitepaper

Data-Ownership sicherstellen

Marketer haben in den letzten Jahren immer mehr unterschiedliche Tools eingesetzt, um ihre digitalen Aktivitäten zu messen und zu steuern. Vor allem bei einer Agenturbetreuung setzen viele Werbetreibende auf die Tools und technische Infrastruktur dieser. Doch was passiert mit dem Know-How und den Daten, wenn die Zusammenarbeit mal endet? Viele stellen sich diese Frage erst zu spät. Denn rein rechtlich gesehen hat der Werbetreibende keinen Anspruch auf die Daten, diese gehören nämlich in den meisten Fällen der Agentur.

Spätestens seit der DSGVO ist das Bewusstsein von Data-Ownership, also der Datenhoheit, stärker in den Fokus gerückt. Vor allem große Unternehmen haben vergleichsweise früh angefangen, den eigenen Ad-Tech Stack zu lizenzieren. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: komplette Transparenz der digitalen Marketingaktivitäten, rechtliches Eigentum der Daten und vor allem kein Datenverlust, sollte es mal zu einem Agenturwechsel oder Inhousing kommen. Mittlerweile ist die Thematik der Data-Ownership auch schon bei KMUs angekommen. Jeder Advertiser hat die Möglichkeit, die eigene Technologie zu lizenzieren. Kostentechnisch macht dies auch kaum mehr einen Unterschied, da gerade die technischen Kosten so oder so anfallen – eine Agentur muss diese auch zahlen. 

In einer Post Cookie Ära, in der sich die rechtlichen Rahmenbedingungen zu digitalem Advertising sowie Datenschutz laufend ändern und eher restriktiver werden, wird es umso wichtiger, der Eigentümer seiner eigenen Daten zu sein. 

Einführung einer CDP 

Eine CDP (Customer Data Platform)  bietet die Möglichkeit, Daten aus verschiedenen Systemen an einem Ort zusammenzuführen und somit einen Single View Ihrer Kunden zu gewinnen. Somit hat man die Gelegenheit, eine konsistente Customer Experience über alle internen Abteilungen und externen Kanäle und Devices hinweg zu gestalten. Dies ermöglicht hohe Agilität, da die aus verschiedensten Systemen gesammelten Kundendaten auch überall verwendet werden können. 

Eine CDP integriert und aggregiert (im besten Fall) alle unternehmensweiten Userdaten, führt diese zusammen und stellt sie anschließend für alle Marketingkanäle wie z.B. Social, Email, Display, Targeting und Personalisierung zur Verfügung. 

Eine CDP ist kein CRM System, kein Data Warehouse, keine DMP und kein Data Lake. Sie löst diese Systeme auch nicht zwingend ab, sondern versteht sich als Connector zwischen allen Datensilos im Unternehmen. Einen detaillierten Überblick zu den Funktionalitäten einer Customer Data Platform findet man in unserem Blog: “Customer Data Platform: Was ist das und wofür brauche ich sie?”

Es gibt zahlreiche Anbieter von CDPs am Markt, was sie aber alle gemeinsam haben, sind folgende grundlegende Funktionalitäten: Daten sammeln, Profile vereinheitlichen, segmentieren und Daten aktivieren.

Rohdaten in einem Marketing DWH konsolidieren

Egal in welchen Silos heute und in Zukunft Daten gesammelt werden – sie müssen in Marketing Data Warehouses gesammelt werden. Im Gegensatz zu klassischen DWHs geht es hier auch um die Echtzeitfähigkeit und Erfassung von granularen Daten wie Banner-Views.

Attributions-Modellierung und Customer Journey Analyse

Hat es zwischendurch für die Attributions-Modellierung schlecht ausgesehen, eröffnen sich nun wieder Möglichkeiten, die Rolle der einzelnen Touchpoints in der Customer Journey darüber zu ermitteln und entsprechende Kanal- und Budget-Optimierungen durchzuführen.

Consent: Saubere Implementierung einer CMP 

Wenn Sie Cookies einsetzen, die eine Einwilligung brauchen (nicht alle benötigen eine), dann kann derzeit nur eine CMP (Consent Management Plattform) diese Anforderungen sicher und effizient lösen. Mithilfe einer solchen Verwaltungsplattform können Sie Ihre Einwilligungsprozesse automatisieren und so die Einhaltung der DSGVO vereinfachen. Zu diesen Prozessen gehören mitunter die Speicherung der Zustimmungen, deren Verwaltung, als auch die Löschung.  

Der Aufwand für ein solches Werkzeug ist sehr überschaubar, sowohl für IT-Ressourcen als auch Lizenzkosten. Die größte Hürde scheint in vielen Fällen die Festlegung einer verbindlichen Cookie-Strategie im Unternehmen zu sein. Hier setzen Workshops an, um die internen Bedürfnisse zu erheben und eine Toolauswahl überhaupt erst zu ermöglichen. Dies bedarf grundlegender Überlegungen. 

Als konkrete Unterstützung für das Thema haben wir eine Übersicht von Consent Management Platformen (CMPs) für Sie zusammengestellt, die Sie unter folgendem Link: “Whitepaper – Consent Management Plattformen Vergleich” kostenlos downloaden können.  Damit möchten wir Ihnen eine Orientierungshilfe bieten bei der Shortlist oder Auswahl eines geeigneten Werkzeuges für Ihre Bedürfnisse geben. 

Neben der richtigen Auswahl eines geeigneten Tools ist eine saubere, konforme und technisch ausgereifte Implementierung einer Consent Management Platform (CMP) elementar. Man stelle sich bloß vor, von 100.000 Besuchern auf Ihrer Website haben Sie womöglich nur von 5.000 eine Zustimmung zur Nutzung der Daten, oder sie müssen aufgrund von Formalfehlern sogar alle Daten löschen. Eine Zustimmungsrate von 70 bis 90 % ist daher unbedingt anzustreben und wird in Zukunft für den Wettbewerb entscheidender Faktor sein. Als Grundvoraussetzung für die Installation eines Consent Managements muss daher festgelegt werden, welche Technologien bei Ihnen online oder in Apps eingesetzt werden, ob Einwilligungen erforderlich sind und, wenn ja, wie damit umgegangen wird. 

Aber nach dem Aufbau sollte das Thema nicht liegengelassen werden. Es gibt laufende Änderungen, die es zu bedenken gibt und zudem viele Hebel wie die Anzahl der Einwilligungen erhöht werden kann, um damit den Nutzen für das Marketing zu erhöhen.

Machine Learning und Algorithmen nutzen

Die Nutzung, Aktivierung und Verknüpfung von Rohdaten und 1st-Party Daten spielt im data-driven Marketing eine immer größere Rolle. Cloudbasierte Technologien inkl. der Konsolidierung alter Silos, sowie Machine Learning zur Generierung von Insights, Clusterings und Predictions sind hier nicht mehr wegzudenken. 

Daher heißt die neue Schlüsselkompetenz: Cloud & Data Science. Wichtige Use-Cases im Marketing sind beispielsweise Recommendation Engines für Publisher und e-commerce, Purchase-Prediction und Customer-Lifetime Value Prediction.

Im Hinblick auf den Ersatz der 3rd-Party Cookies können die Techniken des “Kohorten-Lernens” (= federated oder collaborative learning) eine wichtige Alternative bieten. Auf diese Weise können Browser weiterhin interessenbezogene Werbung im Web ermöglichen: Anstatt das Surfverhalten von Einzelpersonen zu beobachten, schauen Unternehmen auf das Verhalten einer Kohorte (oder “Herde“) von ähnlichen Personen. 

Dabei verwendet diese Methode Techniken des Machine Learnings, um ein robustes Modell zu erstellen, ohne personenbezogene Daten weiterzugeben. Dies ist ein positiver Schritt nach vorne, auch im Hinblick auf den Datenschutz. 

Wie wird es gemacht? Kurz zusammengefasst verwendet das System maschinelles Lernen, um einen Algorithmus über mehrere dezentralisierte Geräte hinweg zu trainieren, ohne die Daten von diesen Geräten zu teilen oder auszutauschen. Diese Daten bleiben dabei lokal gespeichert. Dies macht es viel datenschutzkonformer. Es unterscheidet sich von anderen zentralisierten maschinellen Lernsystemen, bei denen alle Daten auf einen Server hochgeladen werden. 

Vor einigen Monaten hat Google Vorschläge für diese Kohorten-Nutzung unterbreitet, indem Algorithmen für maschinelles Lernen verwendet werden, die auf dem Gerät ausgeführt werden, um Personen anhand von Verhaltensweisen wie dem Browserverlauf zu Audiences zusammenzufassen. Durch das Selbstlernen wird das Modell aufgebaut und robuster, wobei die Kohorten eher aus Gruppen von Tausenden von Menschen bestehen und nicht Einzelpersonen repräsentieren. Dieses Modell kann dann verwendet werden, damit Agenturen sowie Werbetreibende das optimale Zielgruppensegment identifizieren können.

Auditierung der bestehenden Systeme 

Eine saubere und rechtskonforme Erfassung vom Consent und somit auch von den Daten ist die Grundvoraussetzung für Ihren zukünftigen Erfolg im Bereich Onlinemarketing. Aus diesem Grund empfehlen wir eine Auditierung der bestehenden Systeme durch Experten außerhalb Ihres Unternehmens, um auch von einer unabhängigen Partei eine Einschätzung zu den bestehenden Setups der jeweiligen Systeme zu erhalten. 

Konkret empfehlen wir die  Evaluierungen der folgenden Tools, um eine Einschätzung  zu erhalten, ob das bestehende Setup sauber und rechtskonform ist: 

Auditierung Consent Management Lösung

Die Leistungen rund um die Auditierung Consent Management Lösung  richtet sich an alle Unternehmen, die bereits eine CMP auf ihrer Seite einsetzen. Unsere Experten überprüfen Ihr Setup und liefern eine geeignete Grundlage zur Verbesserung sowie Optimierung der Umsetzung. 

Auditierung Google Analytics und Google Tag Manager 

Die Evaluierung des derzeitigen Setups von Google Analytics und Google Tag Manager Konten ist wichtig, um den Status Quo der aktuellen Implementierung zu erfahren und gemeinsam mit Experten Verbesserungsvorschläge abzuleiten, die zur Professionalisierung der Webanalyse dienen. 

Google Analytics Audit auf Personenbezug

Wir bieten Ihnen die Überprüfung einer Google Analytics-Datenansicht auf personenbezogene Daten an. Eine derartige Prüfung ist nicht nur in den Nutzungsbedingungen von Google verankert, auch die Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) können dadurch erfüllt werden. Zum Abschluss erhalten Sie einen umfassenden Assessment-Report mit Erläuterungen, der Ihnen zur Dokumentation gemäß DSGVO dient.

Und für alle, die das Dokument gerne ausdrucken oder zum Nachlesen abspeichern möchten, bieten wir auch einen kostenlosen Download an! Zudem informieren wir Sie gerne per Mail über alle Updates, wenn Sie uns im Download-Formular Ihre E-Mail-Adresse hinterlassen!

Jetzt kostenlos downloaden und Updates bekommen!



Sie wollen mehr über Consent Management erfahren?

In unserem kostenfreien Whitepaper finden Sie einen praxisbezogenen Vergleich verschiedener Anbieter von CMPs.

Und für alle, die sich mit einzelnen Themen aus dem Bereich Consent Management näher beschäftigen möchten, finden sich in unserem Blog aktuelle Artikel zu den Themen “Post-Privacy-Shield”, “TCF 2.0” und ganz allgemein zum Thema “Consent Management.

Selbstverständlich unterstützen Sie auch unsere Datenschutzexperten gerne bei allen Fragen: kontakt@e-dialog.at